| Freunde deutschsprachigen Punkrocks
mit Hirn bitte aufhorchen: die SHUTCOMBO könnte euere neue
Lieblingsband werden. (Vorerst?) nur auf Vinyl zu bekommen, ist
das erste Album der bereits seit 1998 in verschiedenen Besetzungen
aktiven Band ein ungehobeltes, kleines Meisterwerk. So eine Art
Punk-Rohdiamant. Musikalisch - greifen wir ruhig mal in die Vollen
- etwa zwischen frühen HOT WATER MUSIC und TURBOSTAAT anzusiedeln,
haben die fünf das Talent, herrlich druckvolle Songs mit Ohrwurmpotential
zu schreiben ("Ich erinner' mich zurück"). Neben
Sänger Jens steuern nämlich auch noch Gitarrist Christian
und Bassmann Wolle Vocals bei, was den zehn ohnehin schwer rockenden
Stücken zusätzlich Arschtritte gibt. Okay: um eine Erwähnung
von MUFF POTTER kommt man bei dieser Besprechung wohl auch nicht
herum. Doch wo jene (im Rahmen) zu neuen Ufern aufgebrochen sind,
wird die SHUTCOMBO auch Traditionalisten zufrieden stellen; jedenfalls
solange bei denen die Scheuklappen nicht zu fest sitzen. Denn nicht
nur musikalisch, auch textlich ist hier alles im grünen Bereich
- nachzuhören beispielsweise auf "Emo zwo" oder dem
fantastischen "... Was ist mit uns?". Die selbstbetitelte
Platte ist ein unverschämt gutes Debüt, mit dem es die
Herren aus Bad Dürrenberg hoffentlich auch bald auf westdeutsche
Bühnen schaffen werden. (36:32) OX
Erstaunlich, erstaunlich! Für den ersten Longplayer sehr gelungen.
Shutcombo aus Sachsen-Anhalt legen ein deutsches Punkrock-Album
vor, das in der Kategorie "charmanter Punk mit unpeinlichen
Texten" einen Platz gefunden hat. Musikalisch erinnern sie
mich doch sehr an die alten Sachen von Muff Potter. Manchmal sind
sie sogar mit sehr ähnlichen Textpassagen so dicht an den Reinländern
dran, dass mich ein Schreck durchfährt, ich dastehe und mich
frage: Puh, was war denn das? Also, hier scheinen Nagel und Co.
Muse gespielt und Shutcombo in ihrer musikalischen Entwicklung beeinflusst
zu haben. Nichtsdestotrotz gefällt mir das Album sehr gut oder
vielleicht auch genau deshalb. Die Musik von Shutcombo verbindet
Melodie, Härte und Gefühl miteinander. Teilweise kommt
es sogar zu hymnischen Momenten in den Songs. Eben Musik, die dich
berührt und nicht einfach so deine Gehörgänge durchplätschert.
Für diejenigen, denen das letzte Muff Potter-Album zu harmlos
und zu kraftlos war, könnte das Erstlingswerk der Bad Dürrenberger
eine feine Sache sein, aber auch nur, wenn du einen Plattenspieler
dein Eigen nennen kannst. Denn das Album gibt es nur auf Vinyl -
sehr sympathisch, wie ich finde! (matatu rec./Flight13) Diplompunk
wahrschauer
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